04.05.2026
Fachkräftemangel trifft den Mittelstand härter als Konzerne
71,7 Prozent der gesamten Fachkräftelücke in Deutschland entfällt auf kleine und mittlere Unternehmen. Das ist kein Zufall, es ist die direkte Folge struktureller Nachteile im Wettbewerb um Talente.
Und es ist lösbar.

281.532
fehlende Fachkräfte in KMU (Juli 2024 – Juni 2025)
71, 7%
der gesamten Fachkräftelücke entfällt auf KMU
75%
aller offenen Stellen wurden zuletzt in KMU ausgeschrieben
111.240
fehlende Fachkräfte in Großunternehmen – weniger als halb so viele
Die Zahlen die Entscheider in KMU
kennen müssen
Die neue KOFA-Studie 02/2026 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) legt offen was viele Geschäftsführer und Personalverantwortliche in mittelständischen Unternehmen längst spüren: Der Fachkräftemangel trifft KMU strukturell härter als Großunternehmen. Zwischen Juli 2024 und Juni 2025 fehlten in kleinen und mittleren Unternehmen 281.532 Fachkräfte — gegenüber 111.240 in Großbetrieben. Sieben von zehn rechnerisch nicht besetzbaren Stellen entfallen auf KMU.
Der Grund liegt nicht allein im Mangel an verfügbaren Kandidaten. Er liegt auch in der Nachfragestruktur: Rund drei Viertel aller offenen Stellen werden in KMU ausgeschrieben — fast die Hälfte davon in Kleinbetrieben. Wer so viel sucht und gleichzeitig im Wettbewerb mit ressourcenstärkeren Großunternehmen steht, verliert systematisch.
Studienautorin Franziska Arndt bringt es auf den Punkt: Über 70 Prozent der Fachkräftelücke entfällt auf kleine und mittlere Unternehmen. Das stellt viele Betriebe vor große Herausforderungen.
Welche Berufe KMU besonders
hart treffen
Die Studie zeigt: Die Engpässe sind nicht gleichmäßig verteilt. In bestimmten Berufsfeldern entfallen bis zu 90 Prozent der gesamten Fachkräftelücke auf KMU — ein außerordentlich hoher Wert. Betroffen sind vor allem Berufe die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen: Bauelektrik, Altenpflege, Zahnmedizin.
Für Tech- und Industrieunternehmen im Mittelstand besonders relevant: In Berufen der Bauplanung und -überwachung sowie bei akademisch qualifizierten Führungskräften in technischen Bereichen ist die Fachkräftelücke in KMU ebenfalls überdurchschnittlich ausgeprägt.
Der Wettbewerb mit
Großunternehmen verschärft sich
In einigen Engpassberufen kämpfen KMU und Konzerne um denselben Kandidatenpool. Die Studie identifiziert Berufe in der Kinderbetreuung, der Sozialarbeit und der Bauplanung als Felder mit besonders intensivem Wettbewerb zwischen Betriebsgrößenklassen. Für KMU bedeutet das: Mit klassischen Mitteln — höhere Stellenanzeigenbudgets, breitere Ausschreibungen — ist dieser Wettbewerb nicht zu gewinnen.
KMU beschäftigen rund zwei Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Sie sind das Rückgrat des Arbeitsmarkts — und gleichzeitig die am stärksten vom Fachkräftemangel betroffene Gruppe.
Strategie für KMU
Was KMU strukturell anders
machen müssen
Betriebsgröße als Vorteil nutzen, nicht als Handicap sehen
Kurze Entscheidungswege, persönliche Nähe, individuelle Lösungen für Lebensphasen, echte Differenzierungsmerkmale gegenüber anonymen Konzernstrukturen. Kandidaten die das suchen, sind für KMU erreichbar.
Employer BrandingDirektansprache statt Stellenanzeige
Drei Viertel aller Stellen werden in KMU ausgeschrieben, die passive Wartestrategie funktioniert nicht mehr. Erfahrene Spezialisten und Führungskräfte müssen aktiv und direkt angesprochen werden.
Active SourcingTime-to-Hire
verkürzen
Schnellere interne Entscheidungsprozesse sind ein echter KMU-Vorteil. Kandidaten mit mehreren Angeboten entscheiden sich für das Unternehmen das zuerst und klar kommuniziert.
ProzessoptimierungFazit:
Der Mittelstand braucht eine andere
Recruiting-Strategie
Die KOFA-Studie 02/2026 belegt mit Zahlen was in der Praxis längst spürbar ist: KMU tragen die Hauptlast des Fachkräftemangels. Die Lösung liegt nicht in mehr Stellenanzeigen oder höheren Budgets — sie liegt in einer präziseren, aktiveren und schnelleren Ansprache der richtigen Kandidaten.
Unternehmen die das heute erkennen und ihre Recruiting-Strategie entsprechend anpassen, sichern sich die Wachstumsfähigkeit von morgen. Wer wartet, verliert — an Wettbewerber die schneller handeln.
Quellenangabe
Arndt, Franziska / Risius, Paula / Malin, Lydia / Quispe, Valeria (2026): Fachkräftemangel in KMU — Eine Analyse der Fachkräftesituation nach Betriebsgrößenklassen. KOFA-Studie 02/2026, Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), IW Köln. → kofa.de
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